Auf dem Rückweg von Latacunga nach Quito hatten wir großes Glück, dass der
Vulkan Cotopaxi, welcher sich sonst fast nie zeigt (weshalb übrigens auch das
Titelfoto meines Blogs ein absoluter Glücksschuss war), wolkenlos für uns „posierte“.
„Posierte“ deshalb, weil er – einer amüsanten Legende nach, die uns gestern über
die Berge der Region erzählt wurde – den Charakter eines Aufreißers hat, der keine
Gelegenheit auslässt, mit den umliegenden weiblichen Vulkanen (wie der Mama Tungurahua und dem Iliniza Norte) zu flirten. Hahaha,
typisch ecuadorianische „Legende“!
Sonntag, 31. August 2014
Quilotoa
Tren de Quito a El Boliche
Mittwoch, 27. August 2014
La Sierra Ecuatoriana y el Puyo
Am Samstag fuhr ich mit meiner Freundin Gaby und zwei ihrer
Kumpels nach Puyo, einem Ort im Oriente.
Das Highlight war definitiv ein Tukan, den ich im Rehabilitationszentrum für verletzte
Tiere Yana Cocha gesehen habe. Ein Cuvier-Tukan, eine Unterart des Weißbrusttukans:
Abgesehen davon waren besonders die Hin- und die Rückfahrt atemberaubend, denn
die Berge und Vulkane der Region zeigten sich mir das erste Mal wolkenlos. Die folgenden Berge bilden einen Teil der Avenida de los Volcanes, welche wir entlanggefahren sind:
Pasochoa
Cotopaxi
Die Rückfahrt fürhte uns durch Baños, wo ich
überrascht eine ungewöhnliche Wolke über den Bergen feststellte. Da mir
Tante Michi von den Rauchwolken erzählt hatte, die sie eine Woche zuvor in Baños beobachtet hatte, wusste ich gleich, dass diese vom Vulkan Tungurahua kamen, dessen Gipfel man aber nur ab und zu zwischen den Wolken erkennen konnte und welcher leider auf folgendem Video nicht drauf ist, denn der Vulkan befindet sich hinter dem Hügel. Dies ist auch der Grund, warum Baños nie von den Ausbrüchen des Tungurahua betroffen ist. Einige Leute behaupten, Baños würde durch die Jungfrau Virgen de Agua Santa geschützt werden - wer weiß :-)
Montag, 25. August 2014
Der Rausschmiss
Nach fünf Monaten in meiner WG, wurde ich letzte Woche von einem Tag auf den anderen auf die Straße gesetzt. Ich wollte euch hier im Blog eigentlich nicht mit meinen WG-Problemen langweilen, doch da diese zuletzt extreme Ausmaße annahmen und sich bedeutend auf mein Leben hier auswirken, möchte ich euch "die Story" nicht weiter vorenthalten.
Die ersten drei Monate versuchte ich unermüdlich, auf meine Mitbewohnerin zuzugehen und das Eis zu brechen: sie zu meinen Freundinnen und zu Ausflügen mitzunehmen, ihr das Essen anzubieten, welches ich zubereite, oder mit ihr was trinken zu gehen. Leider kam von ihr nichts zurück. Im Gegenteil, sie machte nichts als Stunk. Sodass ich es aufgrund ihrer ständigen und unbegründeten(!) Beschwerden und Stimmungsschwankungen satt hatte und anfing, mich neutral zu verhalten – sprich es kam keine Kommunikation mehr zustande. Mir kamen nur Dinge zu Ohren wie: „Der Sitzsack ist schief eingedrückt“, „Die Zeitschriften liegen nicht an dem gleichen Ort wie zuvor“, „Du hast den Fensterrahmen und den Kamin kaputt gemacht“ (nie im Leben!), „Wenn sich dein Freund bei uns duscht (tat er maximal einmal pro Woche), treibt das meine Kosten in die Höhe“, etc. Oft fragte ich mich, was wohl bei ihr schief läuft, warum sie so frustriert ist und vor allem weshalb sie das an mir auslässt. Wie auch schon andere, mir unbegreifliche Charakterzüge bestimmter Ecuadorianer(innen), kam ich zu keiner Erklärung und akzeptierte, dass weitere Annäherungsversuche keinen Sinn machten. Da Fernanda sich auch immer in ihrem Zimmer versteckte, wenn ich mich in der Wohnung aufhielt, war es, als würde ich alleine wohnen. Ich wohne zwar nicht gerne alleine, aber man gewöhnt sich an alles. Ans Ausziehen habe ich eigentlich nie gedacht, weil der Preis und die Entfernung zur Arbeit relativ unschlagbar waren und das Ende absehbar. Nichtsdestotrotz, kam Fernanda am letzten Dienstagmorgen mit ihrem frustrierten Ausdruck an und meinte, sie bräuchte mein Zimmer bis zum nächsten Tag. Als ich sagte, dass ich so schnell wahrscheinlich nichts Neues finden werde, rief sie ihren Brunder zur Verstärkung, der mir dann am Abend noch mal verklickerte, dass ich am Mittwoch um Mitternacht raus sein muss, sonst fängt er an, meine Sachen auszuräumen. Ich sagte, dass ich nur gehe, wenn sie mir die Kaution zurückzahlen. Von den 200 Dollar wollten sie nämlich die Dinge abziehen, die ich angeblich kaputt gemacht bzw. die sich abgenutzt hätten. Ich diskutierte etwa eine Stunde mit ihm, denn zumindest kann man mit ihm, im Vergleich zu seiner Schwester, einigermaßen normal sprechen. Dennoch blieb er stur, denn er musste ja zu seiner Schwester halten und ihre Lügen glauben. Da ich auch die Nase voll hatte von diesen Unruhestiftern, packte ich am nächsten Tag meine Sachen und nahm noch Diego und Daniel als Verstärkung mit, da ich nicht wusste inwiefern die beiden Verrückten (vor allem Fernanda, von der ich schon geträumt hatte, dass sie mich mit einem Küchenmesser attackiert) handgreiflich werden – und auch als moralische Unterstützung. Es war für die beiden auch unbegreiflich, wie unverschämt deren Argumentation war und dass sie mein Geld nicht rausrücken wollten. Auch die juristischen Drohungen, welche mir mein Kollege Rubén geraten hatte, brachten nichts. Am Ende gaben sie mir nur 100 Dollar zurück.
Die ersten drei Monate versuchte ich unermüdlich, auf meine Mitbewohnerin zuzugehen und das Eis zu brechen: sie zu meinen Freundinnen und zu Ausflügen mitzunehmen, ihr das Essen anzubieten, welches ich zubereite, oder mit ihr was trinken zu gehen. Leider kam von ihr nichts zurück. Im Gegenteil, sie machte nichts als Stunk. Sodass ich es aufgrund ihrer ständigen und unbegründeten(!) Beschwerden und Stimmungsschwankungen satt hatte und anfing, mich neutral zu verhalten – sprich es kam keine Kommunikation mehr zustande. Mir kamen nur Dinge zu Ohren wie: „Der Sitzsack ist schief eingedrückt“, „Die Zeitschriften liegen nicht an dem gleichen Ort wie zuvor“, „Du hast den Fensterrahmen und den Kamin kaputt gemacht“ (nie im Leben!), „Wenn sich dein Freund bei uns duscht (tat er maximal einmal pro Woche), treibt das meine Kosten in die Höhe“, etc. Oft fragte ich mich, was wohl bei ihr schief läuft, warum sie so frustriert ist und vor allem weshalb sie das an mir auslässt. Wie auch schon andere, mir unbegreifliche Charakterzüge bestimmter Ecuadorianer(innen), kam ich zu keiner Erklärung und akzeptierte, dass weitere Annäherungsversuche keinen Sinn machten. Da Fernanda sich auch immer in ihrem Zimmer versteckte, wenn ich mich in der Wohnung aufhielt, war es, als würde ich alleine wohnen. Ich wohne zwar nicht gerne alleine, aber man gewöhnt sich an alles. Ans Ausziehen habe ich eigentlich nie gedacht, weil der Preis und die Entfernung zur Arbeit relativ unschlagbar waren und das Ende absehbar. Nichtsdestotrotz, kam Fernanda am letzten Dienstagmorgen mit ihrem frustrierten Ausdruck an und meinte, sie bräuchte mein Zimmer bis zum nächsten Tag. Als ich sagte, dass ich so schnell wahrscheinlich nichts Neues finden werde, rief sie ihren Brunder zur Verstärkung, der mir dann am Abend noch mal verklickerte, dass ich am Mittwoch um Mitternacht raus sein muss, sonst fängt er an, meine Sachen auszuräumen. Ich sagte, dass ich nur gehe, wenn sie mir die Kaution zurückzahlen. Von den 200 Dollar wollten sie nämlich die Dinge abziehen, die ich angeblich kaputt gemacht bzw. die sich abgenutzt hätten. Ich diskutierte etwa eine Stunde mit ihm, denn zumindest kann man mit ihm, im Vergleich zu seiner Schwester, einigermaßen normal sprechen. Dennoch blieb er stur, denn er musste ja zu seiner Schwester halten und ihre Lügen glauben. Da ich auch die Nase voll hatte von diesen Unruhestiftern, packte ich am nächsten Tag meine Sachen und nahm noch Diego und Daniel als Verstärkung mit, da ich nicht wusste inwiefern die beiden Verrückten (vor allem Fernanda, von der ich schon geträumt hatte, dass sie mich mit einem Küchenmesser attackiert) handgreiflich werden – und auch als moralische Unterstützung. Es war für die beiden auch unbegreiflich, wie unverschämt deren Argumentation war und dass sie mein Geld nicht rausrücken wollten. Auch die juristischen Drohungen, welche mir mein Kollege Rubén geraten hatte, brachten nichts. Am Ende gaben sie mir nur 100 Dollar zurück.
Ich bin nun erstmal bei meinem Kumpel
Daniel untergekommen. Voll lieb von ihm, dass er mich gleich aufgenommen hat!
Dort fühl ich mich auch gleich viel wohler – klar, nach fünf Monaten mala onda (=beschissener Atmosphäre)!
Jetzt gilt es noch die letzten zwei Wochen irgendwo bei Freunden zu pennen, bzw.
nochmal eine Woche zu verreisen, wo sich das Problem von selbst löst. Und dann
werd ich mich wohl erst wieder in Deutschland so richtig willkommen fühlen :-)
Freitag, 22. August 2014
Wiedersehen mit Dani
Mit meiner ehemaligen Mitbewohnerin Dani aus Santiago haben wir es
geschafft, unser langersehntes (seit Dezember) Wiedersehen zu organisieren. Wir trafen und am
vergangenen Mittwochabend am Flughafen in Guayaquil und erkundeten am
Wochenende gemeinsam die Stadt und ihre Umgebung. Nach der ersten Nacht in
Guayaquil machten wir uns am Donnerstag gleich auf nach Montañita. Dieser Party-Ort am Strand muss auch in Chile sowie
anderen südamerikanischen Ländern berühmt und berüchtigt sein, sodass wir
neugierig waren. Leider spielte das Wetter nicht so richtig mit. Trotz der
Wärme machten es der Nieselregen und die dicke Wolkendecke nicht gerade
schmackhaft, sich an den Strand zu begeben. Außerdem ließ das Essen größtenteils
zu wünschen übrig – dem stetigen Durchgangstourismus, der eh nur wegen Alkohol
und Drogen kommt, kann man schließlich alles auftischen. Nachdem wir dem Ort
fast nichts Gutes abgewinnen konnten (mein Gesicht auf dem Foto rechts sagt alles), war es leicht, Dani am nächsten Morgen zu
überzeugen, woanders hinzufahren.
Somit machten wir uns wieder auf die Suche
nach der Sonne, diesmal in Playas.
Dort wurden wir auch fündig und auch das Essen war um Welten besser. Zufällig
war für den Abend auch eine Art Stadtfest angekündigt, worüber wir uns zunächst
freuten und uns amüsierten, dass ein Double des chilenischen Sängers Américo
auftrat. Leider brachte uns das lautstarke Fest allerdings bis früh 4 Uhr um
unseren Schlaf und das in einem Hostel einen halben Kilometer entfernt. Am Tag
darauf fuhren wir in das kleine, inmitten von Mangrovenwäldern gelegene Dorf Puerto El Morro. Von dort aus nahmen wir
ein Boot den Fluss Guayas
entlang bis zu seiner Mündung, an der man Delphine beobachten kann. Außerdem sahen wir viele tolle Vogelarten, wie die Garza pico espatula (Rosalöffler), Kormorane, Pelikane, weibliche, männliche und junge Fragatas (Prachtfregattvogel). Die Männchen der letzeren sind für ihren aufgeblähten Kehlsack bekannt und man findet ihre Abbildung oft in ecuadorianischen Souvenirs wieder. Wir hatten Glück, eines von weiten zu sehen, da sich die Tiere gerade in der Brunftzeit befinden. Am Nachmittag machten wir uns auf den Weg zurück nach Guayaquil, wo wir anschließend den letzten Tag unserer Reise verbrachten. Guayaquil ist die größte Stadt Ecuadors und als Hafenstadt gleichzeitig wirtschaftliches Zentrum Ecuadors. Die meisten Leute behaupten, man könnte in Guayaquil nicht viel machen und ein Tag wäre ausreichend, um die Stadt kennenzulernen. Das Gefühl hatten wir nicht unbedingt, aber nach der Besichtigung des sicheren Zentrums und der bekannten Promenade am Fluss entlang (Malecón Simón Bolivar) fühlten wir uns aus Sicherheitsgründen ein bisschen eingeschränkt. Guayaquil scheint den Anekdoten nach zu urteilen die gefährlichste Stadt in Ecuador und auch vor Ort wird einem immer wieder von den Leuten zur Vorsicht geraten. Da wir natürlich alle Sicherheitsvorkehrungen einhielten, passierte uns glücklicherweise nichts ;-)

Sehr beeindruckt hat uns der Parque de las Iguanas (Leguanpark). Der Park ist von den für die Region typischen Leguanen bevölkert und lockt viele Besucher an (auf dem Baum rechts könnt ihr ja mal versuchen zu zählen, wieviele da sitzen). Obwohl die Echsen etwas gefählich aussehen, sind sie fiedlich und man kann sich ihnen problemlos annähern. Man fragt sich allerdings, wieso die Tiere den Park nicht verlassen, denn sie können sich frei bewegen und nutzen diese Bewegungsfreiheit auch – man findet sie in allen Ecken, Teichen, Bäumen des Parks – aber eben nur in dem Park.
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