Samstag, 30. November 2013

Arequipa

Die vorletzte Station auf unserer Reise war Arequipa. Nach einer angenehmen Nachtfahrt kamen wir früh um 6 Uhr an und machten uns auf die Suche nach einem Hostel, wo wir nach einem leckeren „Reste“-Frühstück auf der Dachterrasse noch ein bisschen ruhten und anschließend die Stadt erkundeten. Da der Besitzer des Hostels auch Vegetarier ist, konnte er uns ein paar wertvolle Tipps für Mittag- und Abendessen geben. Wie auch schon in La Paz und Cusco waren wir auch in Arequipa wieder vom relativ großen und qualitativ hochwertigen vegetarischen Angebot begeistert! Am Nachmittag besuchten wir die lebhafte Markthalle, wo uns eine Verkäuferin an ihrem Saftstand all die Früchte probieren ließ, die wir bis dahin noch nicht kannten: Lucuma, Tumbo, Guayaba und Carambola (Sternfrucht). Auf der anschließenden Free-Tour zeigten uns zwei junge Kulturstudentinnen ihre wunderschöne Stadt und beantworteten uns interessante Fragen u.a. zu dem Fest des Señor 
de los Milagros, welches an diesem Tag in ganz Peru gefeiert wurde (siehe oben rechts), zu den verschiedenen Lamaarten (Vicuña, Guanaco, Llama und Alpaca) sowie zu lokalen Spezialitäten wie Chicha Morada (süßes Getränk aus lilafarbenem Mais) und den Chuños (dehydrierte Kartoffeln, die auf diese Weise mehrere Jahre haltbar gemacht werden). 


 
Am darauffolgenden Tag quälten wir uns tatsächlich 2 Uhr früh aus dem Bett, da um diese Zeit die Tour in den Cañon de Colca begann. Der Hauptgrund, diese Ausfahrt zu machen, war eigentlich die dort lebenden Kondore zu beobachten. Blöderweise hatten wir an diesem Tag kein Glück, obwohl gute Wetterbedingungen herrschten. Trotz der Enttäuschung war die Tour interessant und wir trösteten uns mit dem großen, peruanischen Mittagsbuffet. Am 30. Oktober stand dann ein Reisetag an, um wieder zurück nach Chile zu gelangen.




Donnerstag, 21. November 2013

Machu Picchu

Bei einem Besuch in Cusco darf natürlich ein „Abstecher“ auf den Machu Picchu nicht fehlen. Deshalb brachen wir am 24.10. mit dem Bus auf nach Santa Maria, von wo aus wir ein Sammeltaxi nach Hidroeléctrica nahmen und uns auf den dreistündigen Fußmarsch nach Aguas Calientes begaben. Der Tag versprach zunächst nicht so rosig zu werden, da wir bei Regen eine Stunde verspätet in Cusco losfuhren und das in einem überfüllten, übel riechenden Bus, in dem wir direkt auf der nicht gefederten Hinterachse saßen und der Fahrer wie ein Irrer über die holprige Piste ochste (bin mir nicht sicher, ob das Vokabular allen geläufig ist, d.h. er fuhr sehr grob und schnell)

Nebel und Regen hatten allerdings den Vorteil, dass wir nicht die steilen Abhänge sahen, an denen wir ganz nah entlangfuhren. Bei einer kurzen Pause, in der wir schnell ein wenig lüfteten, erwischte uns dann noch eine Überraschungsdusche durchs offene Fenster, da jemand auf die glorreiche Idee kam, den Bus bei Regen mit dem Schlauch zu waschen :D  




Bei Ankunft in Hidroeléctrica wendete sich allerdings alles zum Guten: die Sonne zeigte sich und es erwartete uns ein atemberaubender Weg nach Aguas Calientes – wirklich eines der schönsten Erlebnisse der ganzen Reise. Lustig war es auch, dort ein bekanntes Gesicht wiederzutreffen, und zwar einen Polen, den wir auf der Fahrt von San Pedro an die bolivianische Grenze kennengelernt hatten. 
Da wir nach der langen Hinfahrt erst gegen 16 Uhr unsere Wanderung begannen, überraschte uns die Dunkelheit, was aber nicht so schlimm war, da wir das Licht der Handys hatten und zum Glück in Begleitung waren. Etwas schade war jedoch, dass ich aufgrund von Magenverstimmungen den ganzen Tag nichts gegessen hatte, sodass ich bei dem Marsch schon an das Ende meiner Kräfte kam. 


In Aguas Calientes angekommen, ging es nach einer raschen Hostelsuche und einem schnellen Abendessen gleich ins Bett, denn am nächsten Tag quälten wir uns um 4 Uhr heraus, um den Machu Picchu nicht allzu überfüllt bestaunen zu können. Mit dem Bus hochzufahren wäre allerdings zu einfach gewesen, sodass wir den steilen und steinigen Weg zu Fuß zurücklegten. 
Statt der Durchschnittszeit von eineinhalb Stunden brauchten wir mindestens zwei. Da ich immer noch nicht mehr als ein bisschen Brot aß, fühlte ich mich entsprechend schlapp und konnte den Anblick zunächst gar nicht richtig genießen. Doch als sich unser Aufenthalt, unter anderem mit Picnic, ein bisschen chilliger gestaltete, war es einfach unglaublich, die über 500 Jahre alte Ruine der Inkas zu betrachten. 



Den Versuch, auch noch den Machu Picchu-Berg zu besteigen, mussten wir Schwäche-bedingt auf der Hälfe abbrechen. Der Weg hinab war noch einmal anstrengend, aber bei weitem angenehmer. Für den Rückweg gönnten wir uns diesmal den Touri-Zug bis nach Hidroeléctrica, da keiner von uns auch nur einen Schritt mehr tun konnte, ganz zu schweigen von einer dreistündigen Wanderung zurück. Von da aus ging es wieder mit dem Sammeltaxi und diesmal einem Minibus zurück nach Cusco, wo wir spät abends glücklich und kaputt in unsere Betten fielen.

Montag, 18. November 2013

Cusco

Am 21. Oktober kamen wir also 5:00 Uhr früh in Cusco an, wo wir zu fünft mit anderen Reisenden ein Taxi nahmen und sich jeder an einem anderen Hostel absetzen ließ. Nachdem wir vier oder fünf verschiedene Hostels abgeklappert hatten, landeten wir letztendlich im „Wild Rover“, einer Insel von Gringos mitten in Peru – die einzigen die dort Spanisch sprachen, waren die vom Putzpersonal. Nichtsdestotrotz war es nicht das teuerste und wir konnten gleich aufs Zimmer, um uns von der Reise zu erholen. Carola ging es an dem Tag leider nicht so blendend, sodass sie sich ausruhte und ich die Zeit zum Skypen und Blogschreiben nutzte. Am Nachmittag zog es uns dann doch noch einmal raus in die Stadt, wo wir das vegetarische Restaurant „El Encuentro“ entdeckten, wovon wir ganz begeistert Shilton berichteten, der gleich am nächsten Tag hinging und ab dem zweiten Tag konnten wir uns nicht mehr von diesem Ort trennen. Das Mittagsmenü (mit Salat, Suppe, Hauptgericht und Tee) kostete 8 Soles (ca. 2 Euro) und das Abendmenü 6 Soles (des Gleiche ohne Salat). Wir mussten schon gar nicht mehr absprechen, wohin wir essen gingen, es war klar, wir treffen uns im El Encuentro. Am zweiten Tag zogen wir außerdem in die Unterkunft „Cáceres“ um, die viel ruhiger sowie peruanischer war und nur die Hälfte kostete. 
Shilton gewöhnte sich auch sehr schnell an unsere Kultur des nachmittäglichen Kaffeetrinkens. Dabei gönnten wir uns Leckereinen wie Kuchen und Torten mit Mango, Chirimoya, Birne, Banane, Maracuja – kurz um, alles was das Herz begehrt. 



Cuzco ist eine wunderschöne Stadt und lädt mit ihrem kolonialen Zentrum zum Schlendern und Chillen ein. Die Viertel San Cristóbal und San Blas, von deren kleinen Gässchen aus man einen tollen Blick über die Stadt hat, erkundeten wir auch zu Fuß.


Als wir am 26. Oktober wieder vom Machu Picchu (Bericht folgt) zurück waren, wollten wir gern noch zwei weitere Tage im schönen Cusco verbringen. Diese nutzen wir, um den Cristo Blanco (Weißer Christus, siehe links) sowie den Inka-Tempel „Templo de la Luna“ und das Inka-Militärgelände „Zona X“ zu besichtigen. Außerdem besuchten wir den lebendigen Markt San Pedro, wo es so ungefär alles gibt, was man sich nur vorstellen kann. 
Dort ließen wir uns eine gefühlte Stunde von einer netten Verkäuferin über die Vielfalt der Trockenfrüchte aufklären. Diese wollten wir natürlich auch zur Verkostung mit nach Deutschland schleusen, weshalb uns an der chilenischen Grenze etwas unwohl war, da Chile relativ strenge Einfuhrbestimmungen hat und man demzufolge eigentlich nichts pflanzlichen Ursprungs mitnehmen darf. Doch die vier Personen hinter dem Bildschirm der Sicherheitskontrolle sahen es nicht – oder nicht so eng. Lasst’s euch also schmecken daheim (und lasst mir was übrig :D)!


Den Abschied aus Cusco und damit auch von unserem Reisegenossen Shilton feierten wir gebührend am letzten Abend. Zufällig war es auch der letzte Tag von Guilherme und es fand die Abschiedsfeier von Luan statt, mit welchen wir auf dem Machu Picchu waren. Am nächsten Tag brachen wir alle in verschiedene Himmelsrichtungen auf.

Donnerstag, 14. November 2013

Copacabana y Lago Titicaca


Nach drei Tagen in La Paz ging unsere Reise am 19. Oktober weiter nach Copacabana, einem kleinen Touristenort am Titicacasee. Am Busterminal trafen wir lustiger weise noch einmal Jens und Carola, die von dort aus eine andere Route einschlugen – sie waren auch nicht die einzigen, die wir in diesem Urlaub zweimal trafen. Wir reisten ab diesem Tag mit Shilton, einem Brasilianer, der einen ähnlichen Reisestil hat wie wir: gechillt, preisgünstig und vegetarisch :D In Copacabana gönnten wir uns das einzige Mal ein richtiges Hotel, da es so spottbillig war, dass wir nicht wiederstehen konnten: 3er-Zimmer mit privatem Bad, Meerblick und Frühstück für etwa fünf Euro die Nacht. Nach einem ausgiebigen Mittagessen, einer Dusche und einem Mittagsstündchen nutzen wir den Abend noch, um den nahgelegenen Hügel Cerro Calvario zu besteigen und den Sonnenuntergang zu genießen. 


Am nächsten Tag fuhren wir auf die Isla del Sol, wo wir uns im Norden absetzen ließen, um in den Süden der Insel zu wandern und von dort aus wieder das Boot zurück zu nehmen. Mit Shilton, der netten Französin Charlotte und dem sympathischen israelischen Pärchen Maya und Tal bildeten wir eine angenehme Wandergruppe. 



Wieder in Copacabana angekommen, hatten wir grad noch Zeit, etwas zu Essen zu kaufen und unser Gepäck zu holen und schon ging es weiter mit dem Nachtbus nach Cusco, denn dort wollten wir möglichst viel Zeit verbringen.

Sonntag, 10. November 2013

La Paz

Den Nachmittag in Uyuni verbrachten wir mit Jens und Carola – dem sympathischen, deutschen Pärchen, das uns schon auf der 3-Tages-Tour begleitet hatte – auf der fast vergeblichen Suche nach Kaffee und Kuchen. Von Uyuni aus nahmen wir noch am selben Tag den Nachtbus nach La Paz. Die Fahrt war mit Abstand die wildeste und schlimmste unserer Reise, da es keine Straßen gab, sondern direkt durch die Wüste ging. Der Lärm war kaum erträglich, jegliches Gepäck verwandelte sich in Wurfgeschosse und Carola hatte aufgrund der Erschütterungen nachher sogar Zahnschmerzen. Umso glücklicher waren wir, in La Paz anzukommen und im erstbesten Hostel warm zu duschen und uns auszuruhen. Vom Zimmer bot sich uns schon ein wunderschöner Anblick der Stadt, umringt von einer Art Felswand, welche bis auf den letzten Meter bebaut zu sein scheint. La Paz zählt etwa eine Million Einwohner und befindet sich auf 3600 Metern Höhe. Auf der Hochebene, auf 4050 Metern schließt sich El Alto unmittelbar an La Paz an und zählt eine weitere Million Einwohner.


Am Nachmittag begannen wir die Stadt zu erkunden. Bedingt durch die Müdigkeit war vor allem ich aber zu nichts zu gebrauchen. Wir schleppten uns mit letzter Kraft in einen Internetpoint, um unsere Liebsten zu kontaktieren, wo wir allerdings aufgrund der schlechten Verbindung nach kurzer Zeit frustriert wieder abtraten und ich vor lauter Verpeiltheit gleich noch meine Sonnenbrille liegen ließ. Dies war weder das erste noch das letzte, was uns auf dieser Reise selbstverschuldet abhandengekommen ist. Glücklicherweise haben wir aber das herzallerliebste der verlorenen Gegenstände bei der Busgesellschaft wiederbekommen; das kleine Büchlein hatte sich auf der wilden Fahrt in der oberen Ablage selbstständig gemacht.

Sehr angetan waren wir von der großen Auswahl an vegetarischen Restaurants und vor allem von der guten Qualität und den günstigen Preisen des Essens. Auch Kleidung und Souvenirs waren billig, sodass wir uns dazu hinreißen ließen, das ein oder andere zu kaufen :D Besonders günstig und gut verhandelbar sind die Preise auf dem Mercado de Brujas - dem Hexenmarkt. So heißt er wohl auch deshalb, weil alle möglichen Heilmittelchen und Naturprodukte angeboten werden - bis hin zu Lamaembryonen. Diese spendet bzw. opfert man der Muttererde beispielsweise beim Hausbau.


Die Stadt bietet außerdem viele Aussichtspunkte, von denen wir auch zwei besuchten:


Den zweiten Tag begannen wir mit neuer Energie und einer informativen Free Tour durch die Stadt. Es war der 17. Oktober und damit der zehnte Jahrestag des Massakers von 2003, an welchen mit einer Gedenkveranstaltung erinnert wurde – vor allem in El Alto, wo die meisten Menschen zu Tode kamen. Damals begann der Präsident Sánchez de Losada, Gas zum Schleuderpreis in die USA zu exportieren, womit sich Bolivien als Produktionsland plötzlich Engpässen ausgesetzt sah. Die Menschen gingen auf die Straße, um zu protestieren. Die Proteste wurden vom Militär niedergeschlagen, was 71 Tote und mehr als 400 Verletzte forderte. Seit Evo Morales an der Macht ist, haben sich viele Dinge radikal geändert. Nicht nur Gas, sondern auch Wasser und Lithium wurden verstaatlicht. Ein Großteil der Bevölkerung, besonders der Armen, scheint sehr zufrieden mit Morales' Politik. Es ist wohl davon auszugehen, dass er nächstes Jahr wiedergewählt wird.

Mittwoch, 6. November 2013

Reserva Nacional de Eduardo Avaroa & Salar de Uyuni - Tag 2 & 3

Am nächsten Tag ging es weiter, vorbei am von Wind und Wetter geformten Arbol de Piedra (Baum aus Stein) und zahlreichen schönen Seen, um an einer der Lagunas mit vielen Flamingos Mittagspause einzulegen und den Ausblick zu genießen. 



Zu Beginn der Fahrt stellten wir fest, dass sich eine alte, rostige Schraube in den Reifen unseres Jeeps gebohrt hatte, doch unser Fahrer Leoncio kannte diese schon und meinte, das wäre kein Grund zur Sorge. Also wurde der Reifen schnell noch mal richtig aufgepumpt und schon konnte es weiter gehen. Auf dem Weg bis zum Salar legten wir noch einen Stopp an einem Vulkan ein, am Fuße dessen dieses beeindruckende Lavagestein und diese lustige Pflanze namens Yareta zu finden waren:


Die zweite Nacht unserer Tour verbrachten wir im Hotel de Sal, in dem nicht alles aber immerhin der Boden und die Wände aus Salz bestanden. Auch an diesem Abend gab es wieder ein leckeres Menü und diesmal sogar eine warme Dusche, die wir nach der anstrengenden Fahrt sehr zu schätzen wussten. Nach dem Abendbrot entwickelte sich mit einem Fläschchen Wein noch eine sehr gesellige Runde mit unterhaltsamen Anekdoten aus dem Leben eines jeden Einzelnen unserer Reisegruppe, welche ich mit ein bisschen Kopfweh aber dennoch mit Vergnügen übersetzte. Am dritten Tag ging es dann endlich auf in die Salzwüste, wo wir zunächst die Isla Incahuasi mit ihren meterhohen Kakteen gesuchten.




Anschließend machten wir Mittagspause in Colchani, einem kleinen Dorf am Rande des Salars, wo das gewonnene Salz gereinigt wird. Mitten in der weiten, weißen Salzwüste fanden wir diese bunten Flaggen aufgestellt. Die ampel-farbene ist die bolivianische, die darunter ist ebenfalls eine offizielle Flagge Boliviens und representiert den "plurinationalen Staat" in dem alle 46 Ethnien anerkannt werden. 


Bevor die Tour in Uyuni endete besuchten wir noch den Cementerio de Trenes (Zugfriedhof) am Rande der Stadt:


Samstag, 26. Oktober 2013

Von Chile nach Bolivien - Tag 1

Um von San Pedro nach Uyuni in Bolivien zu gelangen, nahmen wir an einer dreitaegigen Tour teil, die uns schon von meiner Mitbewohnerin Dani empfohlen wurde und welche wir auf gar keinen Fall bereut haben. Wir fuhren am Sonntagmorgen ueber die bolivianische Grenze, wo wir zu sechst in Jeeps  umstiegen. Unsere Reisegruppe bestand aus zwei chilenischen Damen, von denen eine sehr aufgeschlossen war, die andere aber in den drei Tagen kein Wort sprach, einem sehr sympathischen, deutschen Paerchen und dem bolivianischen Fahrer Leoncio, der auch erst ein bisschen mit uns warm werden musste, aber dann sehr gespraechig war. Am ersten Tag, dem 13. Oktober besuchten wir gleich nach der Grenzueberquerung also die Laguna Blanca und die Laguna Verde, beide am Fusse des eindrucksvollen Vulkans Licancabur gelegen. 



Anschliessend fuhren wir durch die sogenannte Dalí-Wueste, welche ihren Namen der Aehnlichkeit mit Werken Dalís verdankt, zu den Geisiren auf 4990 Metern Hoehe, in denen man die kochende Lava beobachten konnte und einen starken Geruch der Schwefelgase wahrnahm. Der Hoehepunkt des Tages war definitiv die Laguna Colorada oder auch Laguna Roja genannt, die sich im Laufe des Tages aufgrund von erhoehter Atkivitaet der in ihr enthaltenen Mikroorganisamen rot faerbt. 



Die Nacht verbrachten wir in einem kalten aber freundlichen “Refugio” auf 4300 Metern, auf denen wir uns an die Hoehe gewoehnen konnten. Teilweise mussten wir mit Coca und Paracetamol ein wenig gegen Kopfweh und Schlappheit vorgehen.

Die super Verpflegung im Refugio troestet darueber hinweg, dass es kein warmes Wasser gibt.

Das Abenteuer beginnt ...

Der 5. Oktober hielt ein wunderschoenes und doch etwas irreales Wiedersehen fuer uns bereit. Erst der Anblick der endlosen Gebirgszuege Lateinamerikas machte mir (Carola) bewusst, was ich eigentlich tat. Nach einem 15-stuendigen Flug ueber Paris nach Santiago konnten wir uns endlich wieder einmal in die Arme schliessen. Nach zwei entspannten Tagen in der stuermischen Hauptstadt, fuhren wir am Montag nach Valparaíso – ein wahres Paradies, das sich ueber mehr als 40 Huegel an der Pazifikkueste erstreckt. Wir spazierten den ganzen Tag durch die Stadt und fanden immer neue tolle Grafittis, Haeuser und Perspektiven… 

Am Tag darauf brachte uns ein turbulenter Flug in den Norden Chiles, nach Calama, einem kleinen wenig sehenswuerdigen, von Minenarbeitern ueberlaufenen Staedtchen inmitten der Atacama-Wueste. Als erste Station unserer Reise waehlten wir das kleine Dorf San Pedro de Atacama, welches von einem harten Wuestenklima sowie vielen Touristen aus aller Welt gepraegt ist. Dort fanden wir ein gemuetliches Hostel  dessen Besitzerin Jessica sich die kommenden Tage wie eine Mutti um uns kuemmerte. 


Am ersten Tag nahmen wir sogleich die Herausforderung an, mit den Fahrraedern ins Valle de la Luna (Tal des Mondes) zu fahren. Dieses wunderschoene Fleckchen Erde wird aufgrund seiner landschaftlichen Aehnlichkeit mit dem Mond so genannt. Am Abend genossen wir, ziemlich abgekaempft, noch einen Amaretto Sour in der Waerme eines Lagerfeuers und in Gesellschaft zweier Chileninen aus Viña del Mar, von denen sich eine in San Pedro niedergelassen hatte. Die beiden daraufolgenden Tage nutzten wir das riesige Angebot an Touren, welche noetig sind, um die weitlaeufige Umgebung zu erkunden. Zunaechst fuhren wir zur Laguna Cejar, auf welcher  Carola sich vom Salz tragen liess, sowie zu den Ojos del Salar, die von oben wie zwei Augen in der Wueste aussehen, um schlussendlich an der Laguna Tebinquiche den Sonnenuntergang bei einem Pisco Sour zu geniessen.

 Dank dem hohen Salzgehalt treibt Carola auf der Laguna Cejar.


Am naechsten Tag ging es gleich frueh um 4 ab auf ueber 4000 Meter Hoehe. Dafuer bereitete uns unsere Hostel-Mama extra einen Tee aus Coca-Blaettern vor, der es uns deutlich erleichterte, mit der Hoehe fertig zu werden. Das fruehe Aufstehen war es wert, denn es bescherte uns einen einzigartigen Sonnenaufgang an den Geisiren des Tatio. Auf der Fahrt nach oben eroeffnete uns der Tour-Guide, dass wir Temperaturen von minus zehn bis minus fuenfzehn Grad erwarten; dementsprechend waren auch die ersten Minuten in meinen Turnschuhen ein weing frisch, doch der anschliessende Sonnenaufgang entschaedigte alles und das warme Fruehstuecksei, der Kaffee und die fruehen Sonnenstrahlen waermten uns sofort wieder auf. Anschliessend konnten wir uns sogar in einer warmen Thermalquelle baden, wobei wir uns aber darauf beschraenkten, unsere Fuesse darin aufzuwaermen. Am selben Abend nahmen wir noch an einer wenig spektakulaeren Astro-Tour teil, von der wir uns weit mehr erhofft hatten. Dennoch hatten wir unseren Spass, da wir den Vortragenden (von uns auch “Profe” = Lehrer genannt) kannten und uns schon eine Nacht mit ihm im Hostel ueber seine Sicht der Entstehung der Welt, der Menschheit und der Rolle der Ausserirdischen ausgetauscht hatten. Ausserdem hatte er uns die Tour sozusagen zum Schleuderpreis angeboten, wofuer wir ihm bei der Uebersetzug ins Englische helfen sollten. Den Job hat dann glueckicherweise groesstenteils unser Reise- und Zimmergenosse Rasmus uebernommen.

Fortsetzung folgt...

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Letzte Woche in der CEPAL

Meine letzte Praktikumswoche ist angebrochen. Wirklich traurig bin ich deshalb nun nicht, denn meine derzeitige Aufgabe ist eher einschläfernd und ich habe nicht mehr das Gefühl noch viel dazuzulernen. Ein bisschen schade ist es zwar schon, aber es ist nun auch Zeit, etwas Neues anzufangen und vor allem zu reisen: Am Sonntag kommt mein geliebtes Schwesterherz an und dann geht’s auf nach Bolivien und Peruuuu J

Es ist auch ganz schön, dass ich nach der Reise noch einmal für ein paar Wochen nach Santiago zurückkommen werde, so muss ich mich jetzt noch nicht verabschieden. Mein Praktikum wird außerdem formell bis Dezember verlängert, sodass ich weiterhin in die CEPAL kommen kann, um donnerstags Fußball zu spielen und um die Bibliothek zu nutzen.

Mit der Zeit ist es auch langsam bedrückend, sich ständig von lieben Menschen zu verabschieden, denn es ist ein einziges Kommen und Gehen hier. Letzte Woche hatten wir ausnahmsweise mal wieder einen anderen Grund zu feiern als Abschiede, es gab diesmal zwei Geburtstage. Die vorangegangenen Wochen hatten wir meistens zwei bis vier Leute zu verabschieden. Hier ein paar schöne Erinnerungen, die ich aus der CEPAL mitnehmen werde.

Eine unserer regelmäßigen Kaffee- und Kuchenpausen. Einen Anlass findet man immer.

Mittagspause im Garten der FAO (Food & Agriculture Organization), gleich neben der CEPAL.

Donnerstagsfußball.

Eine der zahlreichen Abschiedsfeiern: Dani veranstaltet einen Grillabend im Garten der Kirche, in der er gewohnt hat.